Lobster Experten Fragen

SaaS

SaaS steht für „Software as a Service“, will heißen, jemand bietet Ihnen die Dienstleistung an, Software zu nutzen, die gar nicht bei Ihnen (sondern bei ihm) installiert ist. Heutzutage muss dann immer auch das aktuelle Über-Buzzword ‚Cloud‘ fallen, auch wenn das eigentlich vollkommen bedeutungslos ist, denn der Sinn ist immer noch der selbe.

Wie also sieht das in der Realität aus?
Irgendwo in einem Rechenzentrum, theoretisch am anderen Ende der Welt, ist das EDI-System installiert. Der Rechenzentrum-Betreiber sorgt dafür, dass das System hochverfügbar ist, erledigt Datensicherungen, spielt Updates und Bugfixes ein und stellt natürlich die gesamte Kommunikations-Infrastruktur bereit. Sie nutzen das Ganze von Ihrem Betrieb aus über das Internet, den Browser oder einen speziellen Client. Sie können Kommunikationskanäle einrichten, sowohl vom RZ zu Ihren Partnern als auch zu Ihnen selbst, denn die Daten müssen ja auch von Ihren Systemen in das EDI-System im RZ und zurück kommen. Auch Datenkonvertierungen und Prozessketten bilden Sie so ab, wie Sie es eben brauchen, das liegt alles in Ihrer Hand. Und natürlich überwachen Sie auch selbst, ob alles sauber läuft. So weit, so gut. Sie sparen sich also eigene Hardware und Infrastruktur, und auch die ganze Systemadministration ist Sache des Betreibers.
Da nicht bei Ihnen installiert wird, bezahlen Sie auch nicht gleich ein ganzes System, sondern nur die Nutzung. Es gibt verschiedene Modelle, pro aktiver Schnittstelle, pro Anzahl der Nachrichten/Konvertierungen oder Datenvolumen oder oder oder. Das spart natürlich hohe Anfangsinvestitionen.

Allerdings stößt das Konzept schnell an seine Grenzen, wenn die Anforderungen über reine Formatkonvertierung und Kommunikation hinausgehen. Wenn Sie z.B. auch Daten anreichern müssen, vielleicht zu einer Kundennummer auch Namen und Adressdaten beschaffen, wird die Sache kompliziert. Denn solche Daten liegen nun mal auf den Datenbanken und anderen Systemen in ihrem eigenen Netz und nicht beim RZ-Betreiber. Hier kann man natürlich eine VPN-Strecke aufbauen, über die vom Rechenzentrum aus auf Ihr Netz zugegriffen werden kann, aber abgesehen von Sicherheitsbedenken kostet so etwas doch ganz schön Performance. Außerdem ist es eine zusätzliche Schwachstelle, denn während das RZ vielleicht Hochverfügbarkeit garantiert, kann die VPN-Strecke schnell mal z.B. wegen DSL-Problemen o.ä. zusammenbrechen.

Wenn Sie reine EDI-Prozesse einfachen Aufbaus haben, nur Datentransport und -Konvertierung, ist SaaS durchaus eine Option. Einfache Anreicherungen und Umsetzungen (z.B. von Länderkürzeln) lassen sich eventuell noch über kleine Dateien etc. abfackeln. Wird aber eine engere Anbindung an Ihre restliche IT-Landschaft benötigt, stellen Sie sich mit dieser Variante schnell selbst ein Bein. Soll das selbe System auch Aufgaben aus dem EAI- oder ETL-Bereich erledigen, kommt sowieso nur eine Inhouse-Lösung in Frage.

Vorteile:

  • Sie benötigen weder Hardware noch Infrastruktur (außer Internet-Anbindung).
  • Ein Rechenzentrum kann eine ganz andere Verfügbarkeit gewährleisten.
  • Die rein administrativen Aufgaben wie z.B. Updates kümmern Sie nicht.
  • Es fallen keine hohen Anfangsinvestitionen an.

Nachteile:

  • Sie sind von der Zuverlässigkeit des Betreibers abhängig.
  • Der Rest Ihrer IT-Landschaft ist gar nicht oder nur mit „Klimmzügen“ zu erreichen.
  • Dadurch keine Chance, mit demselben System auch EAI- oder ETL-Themen abzudecken.
  • Unternehmenswichtige Daten und Prozesse befinden sich in fremder Hand.
  • Je nach Intensität der Nutzung und Abrechnungsmodell können die laufenden Kosten schnell teurer werden, als es eine Inhouse-Lösung gewesen wäre.

Tipp:
Wenn Sie im Moment nur auf Druck Ihrer Geschäftspartner überhaupt das Thema EDI angehen und nicht mehr als eine Handvoll einfache Anbindungen zu erledigen sind, ist SaaS eine verlockende Sache. Wenn aber abzusehen ist, dass sich das ganze Thema in den nächsten Jahren ausweiten wird (und da werden Sie wahrscheinlich kaum drum herumkommen), dann suchen Sie doch nach einem Anbieter, der Ihnen beides ermöglicht! Sie fangen mit SaaS (oder gar EDIaaS) an, und wenn die Zeit für eine Inhouse-Installation gekommen ist, ziehen die Schnittstellen einfach zu Ihnen um. Wenn es die selbe Software ist, sollte sich so ein Umzug nicht wirklich schwierig gestalten.

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